Grundprinzip
Was ist die SOS-Notfall-ID?
Ein Armband oder Anhänger mit einer eindeutigen Kennung (SOS-ID), die auf ein verschlüsseltes Notfallprofil verweist. Dieses Profil liegt auf dem Server und enthält die Infos, die im Ernstfall helfen sollen.
Beim Aufruf (NFC, QR oder URL) wird eine Notfallansicht geöffnet, die nur das zeigt, was du freigegeben hast.
Für wen ist das gedacht?
Typische Beispiele:
- Kinder, die nicht alles selbst erklären können
- Menschen mit Allergien oder chronischen Erkrankungen
- Senior:innen, Personen mit Demenz
- Schwangere
- Menschen mit besonderen Bedürfnissen
- Haustiere (separates Profil)
Mehrere Profile pro E-Mail sind möglich (z. B. gesamte Familie + Tiere).
Was bringt mir das konkret?
Im Notfall sehen Ersthelfer direkt, was wichtig ist: wen sie anrufen sollen, welche Krankheiten/Allergien vorliegen und was man besser lassen sollte.
Für dich bedeutet das: weniger Chaos, weniger Erklärerei und eine zentrale Stelle, an der du alles aktuell hältst.
Verhalten im Notfall
Was passiert beim Scan?<
Ein Smartphone liest die SOS-ID (NFC oder QR) und öffnet die zugehörige URL. Der Server legt eine zeitlich begrenzte SOS-Sitzung an und zeigt die Notfallansicht an.
Nach Ablauf der Sitzung muss neu gescannt werden. Das ist Absicht, damit kein Profil dauerhaft „offen“ ist.
Warum ist die Anzeige zeitlich begrenzt?
Die Notfallansicht soll im akuten Moment helfen – nicht dauerhaft ein Profil von dir im Netz bereitstellen.
- die Sitzung läuft automatisch nach kurzer Zeit ab
- ein später geöffneter Tab zeigt dann keine Daten mehr
- für einen erneuten Zugriff muss erneut gescannt werden
- Das reduziert Missbrauchsrisiken deutlich, ohne die medizinische Funktion zu beeinträchtigen.
Welche Infos sieht ein Ersthelfer?
Typischerweise:
- Name (Nachname optional)
- Alter oder Altersbereich
- wichtige Hinweise (z. B. Diabetes, Epilepsie, Allergien)
- relevante Diagnosen und Medikamente
- Notfallkontakte mit Beziehung und Telefonnummer
Nur eingetragene Infos werden angezeigt. Was du nicht hinterlegst, taucht dort nicht auf.
Kann jemand Screenshots machen?
Natürlich. Alles, was einmal auf einem Bildschirm ist, kann fotografiert oder gespeichert werden. Das lässt sich nicht verhindern.
Darum gilt: trage nur ein, was du im Notfall wirklich brauchst und verantworten kannst, dass jemand es sieht.
Profile & Verwaltung
Welche Daten kann ich hinterlegen?
Übliche Bereiche:
- Basisdaten: Name, Geburtsdatum/Alter, Avatar
- Gesundheit: Diagnosen, Allergien, Medikamente
- Besonderheiten (z. B. Sprache, Verhalten, Einschränkungen)
- Notfallkontakte mit Beziehung und Telefonnummer
- optional: Schwangerschaftsdaten
- bei Tieren: Art, Verhalten, Tierarzt, Futterhinweise
Du musst nichts ausfüllen, was keinen Mehrwert im Notfall hat.
Mehrere Profile (Familie, Angehörige, Tiere)
Ja, eine E-Mail kann mehrere SOS-IDs verwalten, z. B.:
- du selbst
- Kinder
- betreute Angehörige
- Haustiere
Nach dem Login siehst du die verfügbaren Profile und wählst, welches du bearbeiten willst.
Wie läuft der Login?
Es gibt kein klassisches Passwort. Stattdessen:
- SOS-ID und E-Mail eingeben
- Einmalcode (OTP) per E-Mail bekommen
- Code eingeben → Dashboard/Edit-Seite öffnet sich
Entscheidend ist also, dass dein E-Mail-Konto ordentlich abgesichert ist.
Datenschutz, Sicherheit & Rechte
Wie sind die Daten gespeichert?
Sensible Inhalte werden auf dem Server vor dem Speichern verschlüsselt (AES-256-GCM). Ohne Schlüssel sind die Rohdaten in der Datenbank nicht sinnvoll lesbar.
Entschlüsselt wird nur im Server, wenn ein berechtigter Zugriff vorliegt (Login oder gültige SOS-Sitzung im Notfall).
Wer sieht meine Daten?
Kurzfassung:
- du selbst im eingeloggten Zustand
- Ersthelfer über die Notfallansicht
- technischer Betrieb nur soweit nötig für Logs/Wartung
Es gibt keine öffentliche Profilsuche und keinen Datenverkauf.
Export, Löschung, Einwilligung
Über die Datenschutz-/Privatsphäre-Funktionen kannst du:
- Daten exportieren
- einzelne Inhalte löschen
- Profilinhalte komplett entfernen
- die gesamte SOS-ID löschen
- Einwilligungen für Gesundheitsdaten erteilen oder widerrufen
Wenn du komplett raus willst, geht das dort – inklusive Löschen der ID.
Technik & häufige Probleme
Geräte, NFC & Internet
Am bequemsten ist ein aktuelles Smartphone mit NFC. Alternativ funktionieren QR-Code und direkte URL auch.
Ohne Internet kann die Notfallseite nicht geladen werden, weil die Daten nicht auf dem Tag, sondern auf dem Server liegen. Für Funklöcher bleibt eine physische Notfallkarte sinnvoll.
Kein Einmalcode per E-Mail
Wenn der OTP nicht ankommt:
- Spam-/Junk-Ordner prüfen
- prüfen, ob die E-Mail im Profil korrekt hinterlegt ist
- ggf. etwas warten und erneut anfordern
Wenn dauerhaft nichts ankommt, liegt es meist an der hinterlegten Adresse oder dem Provider.
Scan klappt nicht / Session abgelaufen
Kein Scan? NFC aktivieren, Gerät richtig halten, alternativ QR oder URL verwenden.
Meldung „Sitzung abgelaufen“ heißt: die temporäre Notfall-Sitzung ist beendet. Lösung: einfach erneut scannen.
Rollen & Verantwortung
Wer ist für die Inhalte verantwortlich?
Du bzw. die Person, die das Profil verwaltet. Das System stellt nur die Technik bereit.
Du entscheidest, welche Angaben eingetragen werden, wie detailliert sie sind und wann etwas aktualisiert oder gelöscht wird.
Profile für andere Personen<
Wenn du Profile für Kinder, Angehörige oder betreute Personen pflegst, handelst du als Verwalter/Berechtigter.
Du sorgst dafür, dass die Daten sinnvoll, aktuell und verständlich sind und die Betroffenen (soweit möglich) wissen, was hinterlegt ist.
Kein Ersatz für Arztunterlagen
Die SOS-Notfall-ID ist ein Notfallwerkzeug, kein Ersatz für Krankenakten, Arztbriefe oder Medikamentenpläne.
Sie soll den Einstieg erleichtern und Hinweise geben – nicht das komplette Gesundheitssystem ersetzen.
Ein aktualisieren der Demoseite lädt diese mit neuen Demodaten.